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Die Neue

Katja Witte

Ab dem 1. September 2010 hat unser Pfarrbezirk wieder eine Pastorin. Erfreulich schnell endete die Vakanz nach dem Weggang von Pfarrer Lars Löwensen im Mai. Die Gemeinde freut sich auf die Zusammenarbeit mit Frau Katja Witte.

Die Nordwest-Zeitung in Nordenham hat bereits über unsere neue Pastorin berichtet, über ein Gespräch mit dem Gemeindekirchenrat [272 KB] und ein Gespräch mit Frau Witte [175 KB] in unserer Kirche.

Vom Huder Bach an die Weser: die „Neue" in FAH

Das Gesicht im Wind, den Geruch von Wasser, Industrie und Schiff­fahrt in der Nase, stehe ich auf der „Nordenham“. Mein zweijähriger Sohn Fridtjof springt um mich herum und zeigt hüpfend und lachend seine Freude. Seine Freu­de, die ich auch selbst empfinde. Von der Fähre runter geht es ab nach Friedrich-August-Hütte. Den Kirchturm sehen wir schon wei­tem. Der Kirchturm, der schon bald unser zu Hause sein soll.

Da bin ich also, die „Neue“ in FAH. Viel Freundlichkeit, Offenheit und Interesse sind mir bisher begegnet bei meinen ersten Besuchen in der Gemeinde.
Mein Name ist Katja Witte. Ur­sprünglich komme ich aus Hude. Dort führten mich die Wege der Evangelischen Jugendarbeit in die Kirche. Nach dem Abitur habe ich eine Ausbildung bei einer Bank in Delmenhorst absolviert.

Mein erster Arbeitsplatz als Bank­kauffrau lag 1998 übrigens auch in der Wesermarsch: nämlich in Lem­werder.
Letztlich obsiegte dann allerdings der Wunsch, das Hobby zum Beruf zu machen. Und so begann ich das Studium

der Theologie in Biele­feld/Bethel, wechselte von dort nach Bochum, sammelte Erfah­rungen mit ganz anderen Existenz­bedingungen protestantischer Kirche in Frankreich (Montpellier) und beschloss mein Studieren in Kiel. Meine Vikariatszeit habe ich in Oldenburg-Bloherfelde ver­bracht.

Die Schwerpunkte der Gemeinde­arbeit liegen dort im sozialen Bereich und in der Feier von Gottesdiensten. Wort und Werk eng beieinander, die Integration ver­schiedener Menschen und Fröm­migkeiten, das Leben als Teil eines Teams haben mein Arbeiten und Lernen dort bestimmt.
Und nun bin ich neugierig und gespannt auf das, was da kommen wird.
Auf die Alltäglich- und auch Selbst­ver­ständlichkeiten in FAH, auf Ihre Wünsche und Hoff­nungen, auf das Wundersame und Wunderliche in der Gemeinde.
Kurzum: Ich freue mich, bald mit und unter Ihnen leben und wirken zu dürfen.
Dabei einen Vers aus Psalm 36 auf den Lippen, der mir in den Sinn kam, als ich kürzlich auf der Bank zwischen Pfarrhaus und Kirche saß: HERR, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist, und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Katja Witte

Friedrich-August-Hütte

Nach dem Zweiten Weltkrieg vergrößerte sich im Süden der Kirchengemeinde Blexen die Zahl der Einwohner sprunghaft durch Tausende von Heimatvertriebenen. Neue Industriebetriebe wurden an der Unterweser gegründet. Diese zogen auch aus anderen Gebieten der Bundesrepublik Arbeitssuchende herbei. Wohnviertel entstanden in der Nähe der Betriebe, nicht zuletzt bei der Friedrich-August-Hütte, die ihren Namen nach dem letzten oldenburgischen Großherzog trägt. Ein kirchlicher Mittelpunkt jedoch fehlte.

Pastor Gottfried Maaß, den der Ev.-luth. Oberkirchenrat 1962 in dieses Neuland gesandt hatte, verstand es, Mitarbeiter aus verschiedenen Berufen und Altersgruppen zu sammeln und für den Bau einer Kirche im Ortsteil Friedrich-August-Hütte zu begeistern. Vorausschauend hatte man 1958 einen Kirchbauverein Einswarden und Friedrich-August-Hütte gegründet. Nun ließ Einswarden der Nachbarin den Vortritt.

Pfarrbezirk Friedr.-August-Hütte

Paulus-Kirche

In einem Wettbewerb war 1964 der Entwurf des Architekten Karl Franzius (Bremerhaven) ausgewählt worden. Modernen Bauten wirft man oft ein kastenförmiges Aussehen vor. Franzius vermied diesen Fehler so erfolgreich, dass später ein Vermesser des Gebäudes klagte, er habe kaum einen rechten Winkel gefunden, von dem er mit seinem Bandmaß ausgehen konnte. Gerade dies aber trug dazu bei, den Formen der Kirche samt Gemeindehaus und dem späteren Kindergarten [Eingeweiht am 1. September 1972] außen wie besonders innen einen lebendigen Ausdruck zu geben. [Aus der Festschrift 1200 Jahre Blexen]

Auch heute noch herrscht ein reges Gemeindeleben in und um den Kirchenturm in Friedrich-August-Hütte. Verschiedene Gruppen und Kreise, Konfirmanden- und Jugendarbeit, sowie der seit der Gründung der Kirche bestehende Pauluschor bilden die Säulen der Arbeit. Zum Pfarrbezirk gehören über 2000 Gemeindeglieder. Zum Gottesdienst rufen die vier Glocken aus dem Jahre 1965. Und nach den Pastoren Gottfried Maaß, Gerhard Fröhlich, Horst Lekszas, Hartmut Blankemeyer und Baldur Knall wohnte bis Mai 2010 Pfarrer Lars Löwensen mit seiner Familie im ehemaligen Küsterhaus, dass nach der Aufstockung 1983 auch offiziell Pfarrhaus genannt wird. Zu Zeit ist die Stelle vakant.